Wie eine Sprengung klingt
Eine Sprengung in einem Steinbruch oder auf einer Tunnelbaustelle ist meist ein einzelner, dumpfer Knall, oft begleitet von einer spürbaren Erschütterung im Boden. Danach ist es wieder still. In der Nähe sieht man manchmal eine Staubwolke, die sich schnell verzieht.
Weil viele Bohrlöcher um Tausendstelsekunden versetzt gezündet werden, klingt eine grosse Sprengung eher wie ein kurzes Rollen als wie ein scharfer Schlag. Die Erschütterung spürst du oft deutlicher als den Knall selbst.
Wann gesprengt wird
Steinbrüche sprengen in festen Abständen, manche nur alle paar Wochen, andere mehrmals pro Woche. Bei Tunnel- und Felsarbeiten wird oft an bestimmten Wochentagen zu fixen Uhrzeiten gesprengt, zum Beispiel immer am Nachmittag. Nachts und am Wochenende wird in der Regel nicht gesprengt.
Bei grösseren Bauprojekten informieren Bauherrschaft oder Gemeinde die Anwohnerinnen und Anwohner im Voraus, per Aushang, Website, E-Mail oder SMS. Wer in der Nähe wohnt, kann sich oft für solche Hinweise eintragen.
Was die Warnsignale bedeuten
Vor jeder Sprengung ertönen Warnsignale, meist aus einer lauten Presslufthupe. Verbreitet ist diese Abfolge: ein langer Ton heisst «Deckung aufsuchen, der Bereich wird geräumt». Zwei kurze Töne heissen «Es wird gezündet». Drei kurze Töne heissen «Sprengung beendet».
Den abgesperrten Gefahrenbereich darfst du erst nach dem letzten Signal wieder betreten. Die Bedeutung der Signale steht in der Regel auf Warntafeln an den Zugängen.
Erschütterungen und Schäden
Sprengungen in der Nähe von Häusern werden vorher berechnet und mit Probesprengungen getestet. Während der Arbeiten messen Geräte laufend die Erschütterungen an umliegenden Gebäuden. Liegen die Werte nahe an den Grenzwerten, wird das Sprengschema angepasst.
Wenn du nach einer Sprengung einen Riss oder einen anderen Schaden entdeckst, fotografiere ihn mit Datum und melde ihn der Bauherrschaft oder der Gemeinde. Die Messprotokolle helfen bei der Klärung.
Kampfmittel: Sprengung mit Sperrkreis
Eine Sonderrolle haben Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, die vor allem in Deutschland immer wieder bei Bauarbeiten gefunden werden. Lässt sich ein Fund nicht sicher abtransportieren, sprengt ihn der Kampfmittelbeseitigungsdienst vor Ort.
Dann gibt es einen Sperrkreis, oft mit Evakuierung der umliegenden Häuser. Die Behörden informieren über ihre Website, Lautsprecherwagen, Medien und Warn-Apps wie NINA in Deutschland oder Alertswiss in der Schweiz. Den Sperrkreis darfst du erst wieder betreten, wenn er offiziell aufgehoben ist.
So ordnest du es ein
Ein einzelner, dumpfer Knall mit Bodenerschütterung, tagsüber an einem Werktag, in der Nähe eines Steinbruchs oder einer grossen Baustelle: Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Sprengung. Melde es auf lauterknall.com mit der Kategorie Baustelle, wenn du dir sicher bist, sonst mit «Unklar».
Wiederholt sich der Knall zur selben Uhrzeit an mehreren Tagen, ist das ein starkes Zeichen für geplante Sprengarbeiten. Ein Anruf bei der Gemeinde bringt meist schnell Gewissheit.